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Antiqua
An|ti|qua 〈f. 10; unz.; eigtl.〉 „alte“ Schrift, rundbogige Lateinschrift; Sy Altschrift; →a. gotisch, Fraktur [lat., weibl. Form zu antiquus „alt“]

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An|ti|qua, die; - [lat. antiqua = die alte (Schrift)] (Druck- u. Schriftw.):
allgemein gebräuchliche Buch- u. Schreibschrift; Lateinschrift.

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I
Antiqua
 
[lateinisch »alte (Schrift)«] die, -, Lịttera antiqua, die im zweiten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts in Italien aufgekommene handgeschriebene Buchschrift (im Gegensatz zur spätmittelalterlichen gotischen »littera moderna«). Vorbild für ihre Großbuchstaben war das Alphabet der antiken, in Stein gehauenen Inschriften, für ihre Kleinbuchstaben die karolingische Minuskel, die als Reichsschrift von 800 bis 1100 in Europa vorherrschte. Gefördert durch den Humanismus, entstanden 1465 die ersten Drucktypen der Antiqua in der Offizin der Deutschen K. Sweynheim und A. Pannartz in der Nähe von Rom; noch im 15. Jahrhundert wurde ihre Form in Venedig von dem Franzosen Nicolas Jenson verbessert und von Aldus Manutius zu einer ersten Blüte gebracht, die durch seine Erfindung einer schmal laufenden Kursivschrift noch betont wurde. Im Lauf der folgenden Jahrhunderte hat sich der Charakter der Antiqua häufig gewandelt und dem jeweiligen Zeitgeschmack angepasst. DIN 16518, die 1964 vom Normenausschuss der Bundesrepublik Deutschland festgelegt wurde, heute aber schon reformbedürftig ist, unterscheidet: 1) venezianische Renaissanceantiqua; Haar- und Grundstriche werden hierbei kaum unterschieden, Serifen sind ein wenig abgerundet (Manutius); 2) französische Renaissanceantiqua mit größeren Unterschieden der Strichdicke (C. Garamond); 3) Barockantiqua mit spürbarem Einfluss der Kupferstecherschriften, kontrastreicherer Strichdicke, kaum noch ausgerundeten Serifen (P. S. Fournier, J. Baskerville); 4) klassizistische Antiqua mit starken Unterschieden zwischen Haar- und Grundstrichen, Serifen werden grundsätzlich waagrecht angesetzt (G. Bodoni, Didot); 5) serifenbetonte Linearantiqua mit extremer Betonung der Serifen bis zur optisch einheitlicher Wirkung aller Strichdicken (kurz nach 1800); 6) serifenlose Linearantiqua mit extremer Vereinfachung der Schriftformen, meist verbunden mit völlig einheitlicher Strichdicke (P. Renner, Futura); 7) Antiquavarianten; 8) Schreibschriften und 9) handschriftliche Antiqua (Schrift, Schriftenklassifikation)
 
Literatur:
 
S. Morison: Hb. der Druckerkunst. 250 Beispiele mustergültiger Antiquadrucke aus den Jahren 1500-1900 (a. d. Engl., 1925).
 
II
Antiqua,
 
deutsche Bezeichnung der Schriftfamilie Roman.

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An|ti|qua, die; - [lat. antiqua = die alte (Schrift)] (Druck- u. Schriftw.): die heute allgemein gebräuchliche Buch- u. Schreibschrift; Lateinschrift.

Universal-Lexikon. 2012.